Konfirmandenkurse

Die Konfirmation, so hat es unsere Kirche einmal festgelegt, soll in dem Jahr stattfinden, in dem man das 14. Lebensjahr vollendet. Das ist freilich kein ehernes Gesetz. Die Teilnahme an den Konfirmandenkursen ein Jahr früher oder später ist ebenfalls möglich.

Konfirmation bedeutet, nicht einfach Dinge zu übernehmen, sondern sich eine eigene Meinung zu bilden über das, was Bibel und Kirche über den Glauben sagen, Fragen zu stellen, mit zu diskutieren. Gott ist jedoch größer als das, was wir verstehen können. Darum bedeutet Konfirmation auch, sich vom Geheimnis Gottes berühren zu lassen.

Erwartet wird von den Konfirmanden, dass sie den Kurs regelmäßig besuchen und  1-2mal im Monat am Gottesdienst teilnehmen. 

Unsere Konfirmandenkurse

Der Konfirmandenkurs für Jugendliche, die 2019 konfirmiert werden möchten, findet dienstags um 15.30 Uhr statt.

Der Konfirmandenkurs für Jugendliche, die 2020 konfirmiert werden möchten, beginnt mit einem Abend für Eltern und Konfirmanden am Dienstag, den 21. August um 18 Uhr.

Die Themen

Themen im 1. Konfirmandenjahr

Wer bin ich und wer sind die anderen – Kennenlernen

Ich gestalte meine Gottesdienstkerze

Die drei philosophischen Grundfragen: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Bin ich geliebt?

Vorstellung der Kursgruppe im Gottesdienst 

Gottesdienst

Die Bibel – das dicke schöne Buch der Christen

Die 10 Gebote

Themen im 2. Konfirmandenjahr

Die Taufe – der Beginn meines Christseins

Das Abendmahl – die Gemeinschaft mit Jesus feiern

Was kann ich glauben? - Das Apostolische Glabensbekenntnis

Gebet – das Gespräch des Herzens mit Gott

Vorbereitung des Konfirmationsthemas und der Konfirmation

Konfirmandenwochenende

Vorbereitung der Konfirmation 


Was ein Konfirmand, eine Konfirmandin für die Konfi-Stunde braucht:

- Bibel (möglichst eine eigene)

- Ringordner mit Konfi-Material "G-Mit"

- Schreibzeug

Was von einem Konfirmanden erwartet wird:

- regelmäßige Teilnahme an der Konfirmandenstunde (wer nicht kommen kann, möge sich bitte entschuldigen) und Teilnahme am Konfi-Wochenende

- Gottesdienstbesuch 1-2mal im Monat


Das Thema der Konfirmation 2018: Warum feiern wir sie überhaupt?

Joshua             Konfirmation – dass ich nicht lache! Die Taufe war doch schon genug. Warum muss man überhaupt noch einen Kurs besuchen? Was sagt Ihr da? Dass Ihr Lieder auswendig lernen müsst und euch Wasser über den Kopf gießen lassen, um als richtiger Christ zu gelten? Wer hat sich denn das ausgedacht?
Wenn ich fürs Lieder auswendig lernen Geld bekommen würde, wäre ich jetzt schon reich! Was passiert eigentlich mit den Leuten, die das nicht tun? Kommen die wirklich in die Hölle?
Außerdem gibt’s die Konfirmation erst seit 500 Jahren. Davor kam man ohne die Konfirmation aus. Vielleicht hat sich ein armer Bauer gedacht: Ich brauch' mal Geld, dafür erfinde ich die Konfirmation! Seitdem hat die Konfirmation den Vorteil, Geld zu bekommen und einen Tag die Schule schwänzen zu dürfen.
Wie bedeutsam kann die Taufe sein, wenn man Wasser über den Kopf bekommt und dann nicht mal als gläubig angesehen wird.
Mich würde interessieren, wie die Konfirmation überhaupt entstanden ist.



GRUPPE 1: Einleitung (Jonah, Dustin, Robin)


Dustin               Wir haben uns in diesem Jahr für das Thema „Konfirmation“ entschieden. Wir wollten wissen: Was bedeutet die Konfirmation? Was ist ihre Geschichte? Warum git es sie überhaupt? Macht sie heute noch Sinn? Hat sie sich verändert?


Jonah                Das Wort „Konfirmation“ kommt von dem lateinischen Wort „confirmare“. Confirmare heißt so viel wie bestärken, bestätigen, befestigen. In Deutschland lassen sich jedes Jahr etwa 250.000 Jugendliche konfirmieren. Sie haben sich also durch die Konfirmandenzeit in ihrem Glauben festigen lassen und bestätigen ihren Glauben mit ihrem eigenen Ja.


Robin                Wenn ein kleines Kind getauft wird, entscheiden darüber die Eltern. Sie versprechen zusammen mit den Paten, das Kind im christlichen Glauben zu erziehen. Eine Kirche, in der Kinder getauft werden, ist aber dazu verpflichtet, den Getauften Gelegenheit zu geben, sich über den christlichen Glauben zu informieren und die Gemeinde besser kennenzulernen.


Dustin               Mit der Konfirmation erhalten Jugendliche neue Rechte in der Kirche: Wer konfirmiert ist, darf ein Patenamt übernehmen und an den Entscheidungen der Kirchengemeinde mitwirken. Früher durfte man erst nach der Konfirmation zum Abendmahl gehen, das ist heute anders.




Gruppe 2: Geschichte der Konfirmation (Noah, Johannes, Kevon, lars, Moritz, Eric, Marc


Einleitung


-Erzähler: Hier ist Martin Bucer, der 1539 in Straßbourg die Konfirmation erstmals einführte.


-Martin Bucer:
Was soll ich machen? Die Kinder sterben so oft bei der Geburt. Deswegen werden sie schon kurz nach der Geburt als Säuglinge getauft.Und das ist ja gut so, denn dann wissen die Eltern, dass die Kinder zu Gott gehören. Das Problem ist: Im Baby-Alter können sie noch nicht entscheiden, ob sie der Kirche beitreten wollen und wissen nicht was Glaube bedeutet. Aber die jungen Leute, spätestens so ab 12 Jahren, müssen doch wissen, was der Glaube bedeutet!
Wie gut hatten es die ersten Christen vor 1500 Jahren. Damals wurden Erwachsene getauft. Damals musste man vor der Taufe zeigen, dass man über den Glauben Bescheid weiß, und ein Bekenntnis ablegen. So steht es in der Bibel.
Ich habe eine Idee: Ich werde eine Bestätigung der Taufe in der evangelischen Kirche einführen. Dabei müssen die Jugendlichen lernen, an was sie glauben. Sie müssen die Bibel kennen, das Glaubensbekenntnis, das Vater unser, die 10 Gebote, verschiedene Psalmen; sie müssen wissen, was Taufe und Abendmahl bedeuten. Das alles wird geprüft, die Jugendlichen legen ein Bekenntnis ihres Glaubens ab und dann sind die Jugendlichen rechte Christen.


-Erzähler: Jetzt seht ihr Martin Bucer, wie er zum Presbyterium geht, um seine Idee vorzustellen.



-Presbyter 1:    Was haben Sie auf dem Herzen Herr Bucer?

-Martin Bucer: In der Bibel steht, dass man als Erwachsener getauft wird, nachdem man ein Bekenntnis abgelegt hat. Das steht im Widerspruch zur Kindertaufe, bei er Eltern und Paten über die Taufe eines Säuglings entscheiden.
Ich hatte die Idee, wie man diesen Widerspruch auflösen kann: Wir führen eine Bestätigung des Glaubens und somit der Taufe ein, die im Erwachsenenalter stattfindet.

-Presbyter 2:    Gute Idee, aber was denkst du, wird der Bischof davon halten und wie soll diese Bestätigung heißen?

-Martin Bucer: Ich weiß nicht was der Bischof davon hält, aber wir können es ja als Test in unserer Kirche ausprobieren. Hmmm…der Name..hhmmm… Wie könnte er heißen?

Presbyter 3:      Du hast doch gesagt, die Jugendlichen sollen ihre Taufe bestätigen. Wie heißt das lateinische Wort für Bestätigung?

Martin Bucer: Confirmare – dann nennen wir das Ganze doch Konfirmation. Würdet ihr als Presbyterium zustimmen?

Presbyter 1       Ja, wir können das ja mal testen.

Martin Bucer    In welchem Alter soll denn die Konfirmation stattfinden.

Presbyter 3       Mit 14 Jahren, weil man dann erwachsen ist.

Presbyter 1       Wollen wir's hoffen!

Presbyter 3       Müssen wir als Presbyter dann auch noch konfirmiert werden?

Martin Bucer   Als Presbyter wisst ihr doch genug über den Glauben, oder? Aber ihr habt recht: Man müsste auch den anderen Erwachsenen die Chance geben, mehr über den Glauben zu erfahren.

Presbyter 2       Was werden die Jugendlichen dazu sagen? Die müssen ja dann 2 Jahre zum Konfirmandenunterricht! Ob die das wollen?

Martin Bucer    Die Leute, denen Gott wichtig ist, nehmen sich die Zeit dafür:

Presbyter 3       Dann lasst es uns ausprobieren.

Erzähler            Die 1. Konfirmation 1539 war ein großer Erfolg. Viele Jugendliche haben daran teilgenommen.

Martin Bucer      Ich würde gerne wissen, wie sich die Konfirmation weiter entwickelt?

Erzähler           Im Laufe der Zeit hat sich die Konfirmation von Straßburg aus in allen evangelischen Kirchen verbreitet.
Wir machen jetzt einen Zeitsprung und hören zu bei einem Gespräch zwischen einem Konfirmanden aus dem Jahr 1960 und einem Konfirmanden aus dem Jahr 2018.
Im Jahr 1960 war ein Konfirmand am Lernen für seine Prüfung. Er musste den ganzen Katechismus auswendig können.

Konfi 1960         Warum krieg ich das nicht in meinen Kopf rein? Die ganzen Eigenschaften Gottes: Gott ist ewig und unveränderlich, allmächtig und allgegenwärtig, allwissend und allweise, gütig und gerecht, gütig und gerecht – ach jetzt habe ich den Rest schon wieder vergessen.

Konfi 2018         Ich muss das nicht mehr lernen. Uns reicht heutzutage das Glaubensbekenntnis und das Vater unser.

Konfi 1960         Wieso geht man dann überhaupt zur Konfi-Stunde, wenn man nichts mehr lernt? Wer hat das abgeschafft und warum?

Konfi 2018         Es ist doch nicht wichtig, Psalmen oder so etwas auswendig zu lernen. Es kommt doch darauf an, Gott zu finden.

Konfi 1960          Aber um Gott zu finden, muss man ihn doch erst kennen. Und dazu muss man den Katechismus auswendig lernen. Oder?

Konfi 2018         Musste der Räuber, der neben Jesus am Kreuz hing, auch den Katechismus auswendig lernen, um in den Himmel zu kommen?

Konfi 1960         Nein, natürlich nicht.

Konfi 2018         Um Gott zu erkennen, muss man keine Psalmen auswendig lernen, sondern nur wissen, dass er jeden Menschen liebt und für alle da ist.

Erzähler              Die nächste Gruppe wird Ihnen erklären, wie der Konfirmandenkurs an der Lutherkirche aussieht. Heute geht es nämlich nicht mehr um das Auswendiglernen, sondern um das Einüben des Glaubens. Dazu gehören folgende Fragen:
Wie kann man die Verbindung zu Gott herstellen?
Wie kann man sein Leben an Jesus Christus orientieren?
Welche Rolle spielt die Gemeinde?

Gruppe 3: Chiara, Elisa, Fiona, Vincent und Stefan

Der Konfi-Kurs ist die Einübung in den Glauben. Zur Einübung im Glauben haben wir verschiedene Hilfsmittel kennengelernt: Die Frage „What would Jesus do? Die Perlen des Glaubens. Wir haben in der Bibel nachgeschaut und erfahren, was der Segen bedeutet.



WWJD

In der Konfi-Stunde haben wir das 7-Tage-Experiment kennengelernt „What would Jesus do – Was würde Jesus tun?“ Was würde er tun, wenn er an meiner Stelle wäre? Wie würde er sich benehmen, wenn er auf meinem Platz in der Schule sitzen würde? Was würde er tun, wenn einer Hilfe braucht?

Manche Leute halten diese Fragen für eine abgedrehte Idee, weil viele nur an ihren eigenen Vorteil denken.

Wir denken darüber anders. Wenn man dieses Experiment macht, merkt man, wie sich das Leben verändert. Teens auf der ganzen Welt haben sich in den letzten Jahren auf diese Fragen eingelassen. Und sie haben erlebt, wie diese Frage das Leben auf den Kopf stellen kann.

Was würde Jesus tun? Diese Frage ist nicht immer leicht zu beantworten. Aber die Stories der Bibel über Jesus geben dem, der sie liest, wichtige Hinweise. Sie zeigen:, Jesus ist ganz anders als ihn sich viele vorstellen. Nicht so ernst. Nicht so lieb und brav. Keineswegs uninteressant oder gar lebensfremd.

Wir geben Ihnen zwei Beispiele:

Beispiel 1: Meine Eltern sind schwer erziehbar. Sie haben ganz andere Vorstellungen von Ordnung in meinem Zimmer. Meine Musik gefällt ihnen nicht. Ich muss meine Hausaufgaben noch machen, obwohl ich müde bin und schon den ganzen Tag in der Schule war.

Wenn ich Jesus wäre, würde ich versuchen, die Eltern zu verstehen und auf ihre Wünsche einzugehen, denn sie wollen ja mein Bestes. Aber ich weiß auch, dass meine Anliegen berechtigt sind. Deswegen würde ich versuchen, einen Kompromiss zu finden. Und ich würde auch jeden Fall versuchen, freundlich zu bleiben.

Beispiel 2: Fast in jeder Klasse gibt es einen Außenseiter, der weniger beliebt ist.

Wenn ich Jesus wäre, würde ich nicht mitlachen, wenn er ausgelacht wird. Ich würde ihm helfen, wenn er etwas nicht verstanden hat. In Konfliktsituationen würde ich versuchen zu schauen, wer recht hat, und mich nicht danach richten, wie beliebt einer ist.

Was würde Jesus tun? ist eigentlich eine ganz einfache Frage, aber sie hilft in vielen Situationen, richtig zu handeln.



Perlen des Glaubens

In der Konfi-Stunde haben wir auch die Perlen des Glaubens kennengelernt. Die Perlen des Glaubens hat ein schwedischer Bischof erfunden, damit Menschen das, was sie glauben, mit ihrem Alltag verbinden können.

Die goldene Gottesperle ist die größte und strahlendste von allen. Sie erinnert uns daran, dass Gott eine wichtige Person im Leben ist, weil er die Welt und jeden von uns erschaffen hat.

Die anderen Perlen greifen verschiedene Situationen im Leben auf:

- die Ich-Perle sagt mir: Ich bin wichtig.

- die Tauf-Perle erinnert daran, dass damals meine Eltern und Paten Ja zur Taufe gesagt haben. Heute bei derKonfirmation sage ich mein Ja zu Gott.

- dann kommt die Wüsten-Perle, weil es auch schwierige Zeiten im Leben gibt.

- Die Perle der Gelassenheit zeigt, dass man sich auch Zeit für sich selbst nehmen soll.

- Die eine Perle der Liebe steht für die Liebe zu Gott, die andere Perle für die Liebe zum Nächsten.

- Auch nach 2 Jahren Konfi-Kurs sind manche Dinge unerklärlich und geheimnisvoll geblieben. Es gibt immer noch etwas zu entdecken. Dafür stehen die Geheimnis-Perlen.

- Die Perle der Nacht erinnert an den Tod. Aber es folgt die Perle der Auferstehung. Wie Jesus auferstanden ist, so geht auch unser Leben nach dem Tod weiter.

- Dazwischen eingestreut sind 6 Perlen der Stille. Sie bedeuten die Zeit, die wir brauchen, um auf Gott zu hören.

Alle Perlen sind mit der goldenen Gottesperle verbunden. Das bedeutet: Was auch immer geschieht, wir sind mit Gott verbunden.



Die Apostelgeschichte nennt vier Kennzeichen für das Leben eines Christen: Gottesdienst, Gemeinde, Abendmahl und Gebet. Auch das haben wir in der Konfi-Zeit immer wieder erlebt: Wir haben viele Gottesdienste mitgefeiert. Wir haben Gemeinschaft erfahren als Konfi-Gruppe und auch mit der Gemeinde. Wir waren zum Abendmahl eingeladen. Und wir haben den Psalm als unser Gebet gelesen.



Segen für die Lebensreise

Am Ende jeder Konfi-Stunde haben wir uns um den Taufstein gestellt. Wir haben einander die Hand auf die Schulter gelegt und dann den Segen gesprochen. Indem wir die Hand auf die Schulter unseres Nachbarn legen, haben wir den Segen weiter gegeben.

An unserer Konfirmation bekommen wir einen Segen von Gott, der uns das restliche Leben begleiten soll. Durch den Segen werden wir Teil der christlichen Kirche und haben eine Verbindung zu Gott.

Beim Segen sagt Gott zu uns: Ich bin immer für dich da. Ich begleite dich, wo du hingehst.