Erwachsenenbildung

“Die beiden Säulen des Protestantismus sind Frömmigkeit und Bildung”, sagt Melanchthon. 

Dementsprechend bietet die Luther-Kirchengemeinde zwei Zugänge zum Glauben: Einen intellektuellen, der sich kritisch mit Fragen des Glaubens, der Kirche und der Gesellschaft auseinandersetzt. Und einen spirituellen, bei dem die persönliche Erfahrung im Vordergrund steht. (Siehe unter "Erwachsen Glauben")

Herausforderungen des 21. Jahrhunderts

Das 21. Jahrhundert ist nahezu zwei Jahrzehnte alt. In den vergangenen 18 Jahren hat sich bereits gezeigt, dass es neue, ganz eigene Herausforderungen mit sich bringt:
Herausforderungen für die moderne Gesellschaft, für das zwischenmenschliche Miteinander und nicht zuletzt auch ganz persönlich für das Individuum. Für uns als Lutherkirche ist es ein Anliegen, vier dieser Herausforderungen aufzunehmen.

Wir laden Sie sehr herzlich zu unseren vier Vortrags- und Diskussionsabenden im Februar 2018 ein, an denen diese spannenden Themen behandelt werden.



Mittwoch, 7. Februar 2017 – 19.30 Uhr

Achtsamkeit - Kontemplation - Mystik: Wegmarken für eine christliche Spiritualität im 21. Jahrhundert?

Dipl. Theologe Georg Drope-Brongs

Achtsamkeit ist "in". Achtsamkeitskurse zur Stressbewältigung und Burnout-Prophylaxe boomen. Die Zahl der Publikationen zu diesem Thema geht in die Tausende. Was verbirgt sich hinter diesem Phänomen? Zeigt sich hier die Sehnsucht des modernen Menschen nach Entschleunigung, Entspannung, sinnerfülltem Leben und Glück?

Im Vortrag wird das Thema Achtsamkeit zunächst aus psychologischer Sicht unter Einbeziehung neuester Forschungsergebnisse beleuchtet. Im Anschluss daran wird im Rückblick auf die mystisch-kontemplative Tradition untersucht, welche Rolle die Achtsamkeit in der christlichen Spiritualität spielt.

Georg Drope-Brongs studierte in Tübingen und Pune (Indien) kath. Theologie mit den Schwerpunkten Spiritualität und interreligiöser Dialog. Er arbeitet als Religionslehrer, Lehrbeauftragter und Fachberater im beruflichen Schulwesen und gibt Einführungskurse in die Kontemplation.

Mittwoch, 14. Februar 2017 – 19.30 Uhr

Industrie 4.0

Prof. Dr. Dieter-Heinz Hellmann

Das 21. Jahrhundert ist nachhaltig geprägt durch eine vierte industrielle Revolution: eine Entwicklung, die mit dem ersmals 2011 verwendeten Begriff "Industrie 4.0" bezeichnet wird. Dieses Schlagwort bezieht sich gleichermaßen auf Prozesse, die bereits in die Praxis umgesetzt sind, wie auch auf noch in Entstehung befindliche Projekte, die stetig weiter vorangetrieben werden. Daten als "neuer Rohstoff", die Verzahnung der industriellen Produktion mit moderner Informations- und Kommunikationstechnik, intelligente und digital vernetzte Systeme, selbstorganisierte Produktionsabläufe - all dies sind Aspekte, die sowohl ein enormes Weiterentwicklungspotential in sich bergen als auch aufgrund ihrer Komplexität ihre je eigenen Problematiken mit sich bringen. Der Vortrag zeichnet die Grundlagen der vierten industriellen Revolution nach und lotet aus einer technisch-industriellen Sicht die Herausforderungen aus, die sich durch die komplexen Veränderungen im Zuge von "Industrie 4.0" ergeben.

Dieter-Heinz Hellmann: 1975-1991: KSB AG, in verschiedensten Positionen auf dem Gebiet Konstruktion und Entwicklung (Wasser, Bergbau, Energie, Verfahrenstechnik). 1992-2006: TU Kaiserslautern, Leiter des Lehrstuhls für Strömungsmaschinen und Strömungsmechanik im Fachbereich Maschninenbau und Verfahrenstechnik. 2007-2013: KSB AG, Mitglied des Vorstands, Technologie (F&E), Geschäftsbereich (ein- und mehrstufige Pumpen, Automation und Antriebstechnik), Länder (China, Amerika). Seit 2014: KSB Stifung, Mitglied des Vorstands.

Mittwoch, 21. Februar 2018 - 19.30 Uhr

Die Sandwichgeneration - zwischen Kindererziehung und Fürsorge für die Eltern

Dr. med. Dipl. Psych. Victor Chu

Zu den Herausforderungen im 21. Jahrhundert gehören die spannenden Veränderungen in unserer Familienstruktur. Die Ehe zwischen Mann und Frau ist heute nur noch eine Variante unter vielen verschiedenen Formen des Zusammenlebens. Junge Menschen bekommen ihre Kinder immer später. Viele Paare trennen sich. Alleinerziehende Mütter leben im ständigen Stress, während Vätern ihre Rolle als Partner und Erzieher abhandenkommt. Die Erziehung von Kindern im digitalen Zeitalter wird immer schwieriger. All dies ist schon krisenhaft genug.

Gleichzeitig wird die Großeltern-Generation immer älter. Wenn die Omas und Opas hinfällig werden, fühlen sich viele Eltern zwischen zahlreichen Aufgaben "eingequetscht": Kinder und die pflegebedürftigen Eltern müssen versorgt werden, gleichzeitig muss der Familienunterhalt verdient werden. In der knappen Freizeit will man sich auch noch sportlich fit halten. Wie ist das alles zu bewältigen? Wie findet man eine gute Balance?

Bei all diesen Herausforderungen übersieht man leicht, dass dies nicht nur die arbeitsreichste Phase im Leben ist, sondern auch die fruchtbarste. Warum das so ist, wird im Vortrag erläutert.

Vivtor Chu ist Arzt und Psychologe. Er hat eine psychotherapeutische Praxis, lehrt Tai Chi und hat viele Bücher über Familienbeziehungen geschrieben, unter anderem "Überleben in der Lebensmitte" (2014) und "Vaterliebe" (2016). Seine Frau und er haben vier Kinder. Weitere Informationen zur Person unter www.vchu.de


Mittwoch, 28. Februar – 19.30 Uhr

Nur gemeinsam können wir (über)leben. Aber: können wir die Fremden verstehen?

Prof. Dr. Theo Sundermeier

Das Lutherjahr hat uns noch einmal vor Augen geführt, wie zentral die Rechtfertigungslehre ist: Gott nimmt uns bedingungslos an. Dadurch werden wir befähigt, auch den anderen, den Fremden bedingungslos anzunehmen. Nur so kann eine gute Nachbarschaft gelingen. Aber ist die Fremdheit der anderen letztlich nicht doch ein unüberbrückbares Hindernis?

Um dies zu überwinden, ist ein schrittweises Lernen notwendig. Dem dient der Dialog: Nur im Dialog können wir Informationen zu gegenseitigen Kennenlernen austauschen. Dabei geht es nicht gleich um religiöse Themen, sondern um das, was unseren Alltag bestimmt. Ebenso kommt zur Sprache, was uns und den anderen fremd ist. Respekt vor dem anderen, Geduld und Toleranz sind dabei gefragt. Die Toleranz hat jedoch auch ihre Grenzen, sonst läuft sie Gefahr, zur Gleichgültigkeit zu verflachen. Im Gespräch darf auch das, was uns stört, zur Sprache kommen - und ein solcher kritischer Austausch führt zum ethischen Dialog, der für das Zusammenleben gerade auch in der (politischen) Gemeinde wichtig ist.

Was die Fremdheit zwischen den Kulturen ausmacht, worin sie begründet ist und wie sie zu verstehen und zu überwinden ist, will der Vortrag aufzeigen. Dabei wird er deutlich machen, dass die eigene Identität nicht aufgegeben werden darf. Im Gegenteil: Nur wer sich nicht aufgibt oder anbiedert, kann mit Respekt dem anderen in seiner Identität begegnen. Nur so kann das Zusammenleben gelingen.

Theo Sundermeier studierte in Bethel und Heidelberg Evangelische Theologie und war bis 2000 Professor für Religionswissenschaft und Missionswissenschaft an der Universität Heidelberg. Schwerpunkte seiner Forschung und Lehre sind Missionstheologie, Stammesreligionen, Interkulturelles Verstehen und die Theologie der Religionen

 

Die Seminarabende finden im Gemeindesaal der Lutherkirche Frankenthal, Bohnstr. 16 statt. Ausreichende kostenlose Parkmöglichkeiten sind vor der Kirche und in der näheren Umgebung vorhanden.

Unsere Seminarreihe wird in Kooperation mit der Evangelischen Arbeitsstelle Bildung und Gesellschaft, Regionalstelle Vorderpfalz durchgeführt.

Kulturclub

Mittwoch, 24. Januar  - 19.30 Uhr
"Die Kaiserglocke in Frankenthal - Hersteller Glockengießerei Andreas Hamm (Karlheinz Deußer)

Mittwoch, 28. März - 19.30 Uhr
"Vietnamreise durch ein Land im Umbruch" (Dr. Andreas Henne)

Mittwoch, den 25. April - 19.30 Uhr
"Die Pfälzische Kirchenunion von 1818" (Rudolf Böttcher)

Mittwoch, 23. Mai - 19.30 Uhr

Mittwoch, 27. Juni - 19.30 Uhr

Mittwoch, 26. September - 19.30 Uhr
"Das Kreuz mit dem Kreuz" (Horst Sielaff)

Mittwoch, 24. Oktober - 19.30 Uhr

Mittwoch, 28. November - 19.30 Uhr

Ökumenischer Kreis

Der Ökumenische Kreis diskutiert Fragen, die Katholiken und Protestanten bewegen. Er trifft sich in der Regel an einem Mittwoch um 18 Uhr. Da die Termine von Mal zu Mal festgelegt werden, wenden Sie sich bitte an Reinhard Bergener (Tel. 299922)